Vorwürfe konstruktiv nutzen

Wenn Du mich noch einmal ….. , war’s das! – oder doch nicht ?
Umgang mit Streit am konkreten Beispiel Pünktlichkeit

Es gibt Auswege aus diesen Beziehungssackgassen. Stress, Streit, Vorwürfe sind nicht schön, aber wenn wir den richtigen Filter vorschalten, können wir etwas über die andere Person erfahren!

Wenn es stressig miteinander wird und Vorwürfe gesagt oder gehört werden,
klären wir zunächst: was hat der Partner damit über sich gesagt ?
Und erst im zweiten Schritt: Was heißt das für mich?

Perspektive des Sprechenden

Offenbar ist diesem Partner Pünktlichkeit wichtig. Was ist der Hintergrund? Vielleicht ist das symbolisch für die Wichtigkeit, der Beziehung – könnte er vielleicht eigentlich sagen: „ich brauche die Sicherheit, dass dir nichts wichtiger ist als ich“?

Wie kann ich als angegriffener Partner über meine Vermutungen Gewissheit bekommen? Kann ich ihn fragen, was er erlebt, während er auf mich wartet?

Günstig ist, die Welt dieses Partners zu erforschen, ohne schon die eigene Person hineinzumischen mit Abwehr, Rechtfertigung, Wut oder Scham.

Perspektive des angegriffenen Partners

Immer stimmt nimmer, das ist schon mal klar. Und,… war ich unpünktlich, bin ich oft unpünktlich? Wie kommt es dazu? Was steht für mich dahinter? Was bedeutet es für mich?

Warum finde ich es okay, wenn der Partner warten muss? Was erwarte ich? Wie geht’s mir, wenn ich auf ihn warte? Mache ich feine Unterscheidungen, wann Warten in Ordnung ist und wann nicht? Welche Prioritäten habe ich eigentlich?

Kann ich meinem Partner mein Erleben, meine Welt erklären?

Können wir einen gemeinsamenWeg finden, mit unseren Unterschiedlichkeiten umzugehen ?

Oder suchen wir einen Weg, diese Unvereinbarkeit ohne andauernden Groll zu ertragen?

Beides kommt in lang andauernden Beziehungen vor. Beides ist okay.

Finden und vereinbaren Sie es.

Wagnis „Offene Beziehung“

Ohne den Mut, die Küste aus den Augen zu verlieren, werden keine neuen Kontinente entdeckt.

André Gide

Verzeihen

Verzeihen heißt: Ich verzichte auf die Vergeltung.

Verzeihen ist wie ein Schuldenschnitt. Ich weiß, Du hast Schuld(en) gemacht, Du weißt Du hast Schuld(en) gemacht. Du kannst oder willst nicht zurückzahlen. Ich kann nicht in Deine Tasche greifen.

Ich entscheide mich, mich davon frei zu machen – und verzichte auf den Ausgleich.

In dem ich nichts mehr fordere, nehme ich die Gestaltung meines Lebens wieder in die Hand und bin nicht weiter von jemandem oder seinem Handeln abhängig.

Verzeihen heißt nicht: Du hast keine Schuld auf Dich geladen!

Verzeihen ist ein Prozess. Nach einer erlittenen Verletzung sind Schmerz, Wut, Empörung, Rachephantasien gesunde und nachvollziehbare Reaktionen.

Sich daraus wieder frei zu strampeln und souverän zu werden dauert manchmal,

kann herausfordernd sein. Wenn es nicht gelingt, leidet der verletzte Mensch dauerhaft.

Aus Liebe zu sich selbst lohnt sich das Loslassen, der Verzicht auf einen direkten Ausgleich.

 

Verzeihen heißt: Ich bin (wieder) frei für meine Lebensfreude, mein Glück.

Raus aus der Streitfalle

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