Wagnis „Offene Beziehung“
Ohne den Mut, die Küste aus den Augen zu verlieren, werden keine neuen Kontinente entdeckt.
André Gide
Ohne den Mut, die Küste aus den Augen zu verlieren, werden keine neuen Kontinente entdeckt.
André Gide
Verzeihen heißt: Ich verzichte auf die Vergeltung.
Verzeihen ist wie ein Schuldenschnitt. Ich weiß, Du hast Schuld(en) gemacht, Du weißt Du hast Schuld(en) gemacht. Du kannst oder willst nicht zurückzahlen. Ich kann nicht in Deine Tasche greifen.
Ich entscheide mich, mich davon frei zu machen – und verzichte auf den Ausgleich.
In dem ich nichts mehr fordere, nehme ich die Gestaltung meines Lebens wieder in die Hand und bin nicht weiter von jemandem oder seinem Handeln abhängig.
Verzeihen heißt nicht: Du hast keine Schuld auf Dich geladen!
Verzeihen ist ein Prozess. Nach einer erlittenen Verletzung sind Schmerz, Wut, Empörung, Rachephantasien gesunde und nachvollziehbare Reaktionen.
Sich daraus wieder frei zu strampeln und souverän zu werden dauert manchmal,
kann herausfordernd sein. Wenn es nicht gelingt, leidet der verletzte Mensch dauerhaft.
Aus Liebe zu sich selbst lohnt sich das Loslassen, der Verzicht auf einen direkten Ausgleich.
Verzeihen heißt: Ich bin (wieder) frei für meine Lebensfreude, mein Glück.
Bei wiederkehrenden Streitsituationen geht es darum, Affekte wahrzunehmen und zu verstehen. Die von uns selbst und die vom Beziehungspartner. Das bezeichnet die Fähigkeit des Mentalisierens.
Zwei müssen die Beziehung führen – EineR kann sich trennen.
Heiner M. ist es leid. Die Nebenbeziehungen seiner Frau machen ihnen das Leben schwer. Er hat ein Ultimatum gestellt – es kam kein klares Ja für eine monogame Beziehung mit ihm. Nun trifft er die Entscheidung und trennt sich.