„Für mich“ heißt nicht „gegen Dich“

Wenn Sie sich in der Paarbeziehung schlecht fühlen, weil aus einem Gespräch ein Streit wird, dann ist es häufig so, dass die Beteiligten einander etwas Schlechtes unterstellen. Sie denken (evtl. unbewusst) Du bist eigennützig, Du gönnst es mir nicht, Du willst mich verletzten,… o.ä. das ist nicht wirklich sinnvoll und meistens stimmt es auch nicht. Die Partner wollen in dem Moment für eine eigene Sichtweise eintreten oder ein eigenes Interesse deutlich machen. Sie agieren für sich – und das sollte okay sein! Das heißt nicht, dass sie gegen den anderen in feindlicher Absicht zu Felde ziehen. Nein! – meist geht in dem Moment einfach etwas schief.

Wenn Sie merken, das Gespräch fühlt sich nicht mehr gut für Sie an. Dann sagen Sie laut: „Ich glaube es geht gerade was schief“ und versuchen sie einander langsam und ruhig deutlich zu machen, was Ihnen beiden jeweils für sich persönlich gerade wichtig ist. Versuchen Sie Ihr Gegenüber zuerst in Ruhe zu verstehen. Dann erst – wenn sich beide erst einmal gehört und verstanden fühlen – dann versuchen Sie zu überlegen, wie beides ermöglicht werden kann.

 

 

Wieder Mut schöpfen!

 

Helfen Sie sich mit Ausnahmefragen:

In Zeiten, in denen es besser oder sogar gut lief – was war anders?

Wann war XY für Sie weniger ein Problem?

Wie haben Sie früher ähnliche Situationen bewältigt?

Probleme lösen leichter gemacht

 

Meist kommt uns ins Bewusstsein, dass wir ein starkes unbehagliches Gefühl haben und schnell haben wir den „Übeltäter“ ausgemacht. Dies kann ein Mensch oder ein Umstand sein. Ich weiß, was ich NICHT will.

Schneller zur Lösung finde ich, wenn ich mich dann frage:

Was will ich stattdessen?

Schon kann ich überlegen, wie es möglich wird, diese (neuen) Ziele zu erreichen.

Vielleicht hilft ein Gespräch mit einer unbeteiligten wohlwollenden Person. Coaching is eine Investition in sich selbst. Es lohnt sich !

Einladung zum Sex – was funktioniert?

Die Transaktionsanalyse von Eric Berne ist ein Modell, das helfen soll Kommunikation zu verstehen und zu verbessern.

Er beschreibt, dass wir drei innere Zustände in uns haben. Das Erwachsenen-Ich, das Eltern-Ich (kritisch oder fürsorglich) und das Kind-Ich (angepasst, rebellisch oder frei).

Wir agieren und reagieren in diesen Ich-zuständen miteinander. Meist ist von Erwachsnen-Ich zum Erwachsenen-Ich angemessen und oft denken wir auch, wir würden dies tun. Wer sich allerdings selbst einmal zuhört merkt, dass wir durchaus auch in den anderen Ich-zuständen, zumindest in einigen, aktiv agieren und reagieren.

Wenn jemand der Partnerin/ dem Partner Vorwürfe macht, kritisiert, erklärt, wie es eigentlich sein müsste, dann agiert diese Person im Eltern-ich und der/die PartnerIn reagiert darauf. Oft nicht so, wie erhofft, sondern leicht im Kind-Ich-zustand: Oft wütend und trotzig.

Hier lesen Sie denkbare Einladung zu Zärtlichkeit oder Erotik aus den Ich-Zuständen heraus:

Eltern – ich

kritisch

„EinE PartnerIn sollte häufiger….“

 

Eltern – ich

Fürsorglich

 

„Brauchst Du nicht mal wieder Zärtlichkeit?“

oder „wäre es nicht für unsere Beziehung mal wieder an der Zeit…?“

Erwachsenen- ich

 

„Ich wünsche mir Nähe mit Dir, komm…“

oder: „Ich begehre Dich“

Kind – ich

Angepasst

 

„Darf ich? „ oder „Ich warte bis Du aktiv wirst“
Rebellisch

 

„Los jetzt, nie kriege ich was ich will“
frei „Ich habe Lust auf Dich, auf uns“

 

 

Worauf fällt es Ihnen am leichtesten einzugehen? Und was törnt Sie eher ab?

Und wie ist es bei Ihrer Partnerin, Ihrem Partner?

 

 

 

Das Erwachsenen Ich (zu Beginn) und das freie Kind ( im Verlauf) sind die Favoriten der meisten Menschen.

Guter Sex – auch in guten Beziehungen

In der Partnerschaft geht es um Fairness, Werte, Gleichberechtigung.

In der Erotik dürfen einige kultivierte Errungenschaften für einen Moment über Bord geworfen werden: Es darf wild, unvernünftig, unästhetisch zugehen, es ist okay zu dominieren oder sich dominieren zu lassen.

Das Liebesspiel kann ein Ort und Augenblick sein, in der wir Seiten unserer Persönlichkeit leben, die sonst unter Verschluss bleiben. Schwach, willenlos, hörig, überwältigend, fordernd, ungestüm,… Wir wollen im Leben nicht so sein – das heißt es aber auch nicht! Es ist eine Kunst, in dieser ausgewählten Situation Kontrolle und Vernunft auszuschalten; sich gehen lassen, einfach geschehen lassen.

Wir können uns dies trauen, in dem Wissen, dass wir wieder auftauchen in das zivilisierte, emanzipierte, moderne Leben.

Ich brauche kein Problem, ich brauche eine Lösung

Herzrasen, Wut, Enge, keine Luft mehr

Ich weiß, was ich NICHT will! Das Gefühl soll weg- das kommt uns ins Bewusstsein, wenn wir ein starkes unbehagliches Gefühl haben.

Doch führt mich dieser „was ich nicht will“-Gedanke leicht in eine Sackgasse. Was ich nicht will, ist eine einzige Option und oft kann ich selbst nicht direkt dazu beitragen.

Schneller zur Lösung finde ich, wenn ich mich dann frage:

Was will ich stattdessen?

Schon kann ich überlegen, wie es möglich wird, diese (neuen) Ziele zu erreichen.

Das positive Ziel wird die Problemlösung leichter machen!

Ich finde es ätzend und du hast Recht!

Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit wird gefördert durch Streit mit dem Partner!

In Beziehungen lernen wir uns selbst kennen. Die Sichtweise unseres Partners auf uns erfahren wir oft in Vorwürfen oder im Streit. Das ist dann leider meist keine Situation, in der wir offen sind für den erweiterten Blick auf unsere Persönlichkeit.

Und dennoch: die meisten Behauptungen von Partnern übereinander – haben einen hohen Wahrheitsgehalt.

Gelingt es in guten Momenten das Gehörte ruhig zu betrachten und zu analysieren,

können wir für die eigenen Entwicklung wertvolle Impulse erhalten.

Was davon gefällt mir an mir und soll so bleiben wie es ist? Sich selbst-bewusst seiner Sicherheit und Stärke zu sein, ist eine super Grundlage.

Was davon gefällt mir an mir und will ich weiter entwickeln und verstärken? Etwas, was wir bereits können fortzusetzen und auszubauen ist ein Entwicklungsschritt mit relativ kleiner Investition und hohem Gewinn.

Was davon gefällt mir an mir im Moment nicht so gut und wie möchte ich mich statt dessen verhalten? Welches Verhalten würde dazu führen, dass ich mich in diesem Zusammenhang besser fühle? Was könnte mein erster Schritt hin zu diesem Verhalten sein?

Vorwürfe konstruktiv nutzen

Wenn Du mich noch einmal ….. , war’s das! – oder doch nicht ?
Umgang mit Streit am konkreten Beispiel Pünktlichkeit

Es gibt Auswege aus diesen Beziehungssackgassen. Stress, Streit, Vorwürfe sind nicht schön, aber wenn wir den richtigen Filter vorschalten, können wir etwas über die andere Person erfahren!

Wenn es stressig miteinander wird und Vorwürfe gesagt oder gehört werden,
klären wir zunächst: was hat der Partner damit über sich gesagt ?
Und erst im zweiten Schritt: Was heißt das für mich?

Perspektive des Sprechenden

Offenbar ist diesem Partner Pünktlichkeit wichtig. Was ist der Hintergrund? Vielleicht ist das symbolisch für die Wichtigkeit, der Beziehung – könnte er vielleicht eigentlich sagen: „ich brauche die Sicherheit, dass dir nichts wichtiger ist als ich“?

Wie kann ich als angegriffener Partner über meine Vermutungen Gewissheit bekommen? Kann ich ihn fragen, was er erlebt, während er auf mich wartet?

Günstig ist, die Welt dieses Partners zu erforschen, ohne schon die eigene Person hineinzumischen mit Abwehr, Rechtfertigung, Wut oder Scham.

Perspektive des angegriffenen Partners

Immer stimmt nimmer, das ist schon mal klar. Und,… war ich unpünktlich, bin ich oft unpünktlich? Wie kommt es dazu? Was steht für mich dahinter? Was bedeutet es für mich?

Warum finde ich es okay, wenn der Partner warten muss? Was erwarte ich? Wie geht’s mir, wenn ich auf ihn warte? Mache ich feine Unterscheidungen, wann Warten in Ordnung ist und wann nicht? Welche Prioritäten habe ich eigentlich?

Kann ich meinem Partner mein Erleben, meine Welt erklären?

Können wir einen gemeinsamenWeg finden, mit unseren Unterschiedlichkeiten umzugehen ?

Oder suchen wir einen Weg, diese Unvereinbarkeit ohne andauernden Groll zu ertragen?

Beides kommt in lang andauernden Beziehungen vor. Beides ist okay.

Finden und vereinbaren Sie es.

Langeweile in der Beziehung

 

Manchmal kommen Paare, die erreicht haben, was sie sich gewünscht haben, die ein super Team und dennoch besorgt sind, weil Ihnen Erotik und Sexualität abhanden gekommen sind.

Verschiedenste Wege sind dann möglich.

Einer ist, sich und die Beziehung für andere Kontakte zu öffnen.

Es ist ohne Frage ein turbulentes Vorhaben und dennoch eine echte Möglichkeit, wenn beide Partner dazu stehen.

Wenn das Paar sich entschließt, die Beziehung für andere Erlebenswelten zu öffnen, ist es sinnvoll vorher die Regeln und Grenzen abzustimmen.

Wie viel Informationen von dir und außerhalb unserer Beziehung will ich wissen?

Was erachte ich als fair?

Gibt es ein Veto, ein Save-Wort?

Was ist fair den „Dritten“ gegenüber?

Was kommunizieren wir als Paar unserem Umfeld?

Was, wenn unsere Primär-Partnerschaft in Gefahr geraten sollte?

 

Ein Raum für ehrlichen Austausch kann von großem Nutzen und eine integrierende dritte Person hilfreich sein.

Wagnis „Offene Beziehung“

Ohne den Mut, die Küste aus den Augen zu verlieren, werden keine neuen Kontinente entdeckt.

André Gide